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Verlagen geht das Papier aus
21.06.2022 Verlage kämpfen derzeit an vielen Fronten: Viele wissen bis heute nicht, auf welchem Papier sie im dritten oder vierten Quartal ihre Zeitschriften drucken sollen. Und im Werbemarkt schlägt sich die aktuelle Unsicherheit in einem signifikanten Rückgang bei den Anzeigen nieder.
Jeder dritte Titel am deutschen Markt gefährdet
"Wir haben es zu tun mit einer bisher nie dagewesenen Kombination von strukturellen Veränderungen und massiven aktuellen Bedrohungen. Und im Ergebnis mit einer erschreckenden Erkenntnis: Die einzigartige Vielfalt der freien, journalistischen Medien, die die Verlage in Europa geschaffen haben, ist ökonomisch substanziell bedroht", warnte Philipp Welte




Politik versteht die Rolle der freien Presse nicht mehr
Die wirtschaftliche Dimension der Gefährdung sei aber nur der eine Teil. "Die andere Gefahr wächst und wuchert viel tiefer - wie ein Geschwür in unserer demokratischen Kultur. Es ist die Bedrohung der Freiheit des Denkens, der Meinungen, eine Bedrohung der Toleranz", warnte Welte in Wien und kritisierte massiv die Politik. "Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Politik die Rolle der freien Presse nicht mehr versteht - oder nicht verstehen will", so der Burda-Manager.Viele Medienhäuser sind mit ihrer Digitalstrategie vorangekommen
Beim European Publishing Congress wurde deutlich, dass es neben ernsthaften Sorgen auch berechtigte Hoffnung für die Zukunft der Medien gibt. Viele Medienhäuser sind mit ihren digitalen Angeboten gut vorangekommen und schaffen es auch, dafür zahlende Leserinnen und Leser zu gewinnen. Unter anderem präsentierten in Wien "Zeit"-Chefredakteur Jochen Wegner
