Unsichtbare Marktpotenziale mit Kaufkraftdaten erschließen Jetzt zum Webinar anmelden
Eigene Daten zeigen oft nur einen Teil des Bildes. Erfahren Sie, wie Kaufkraft-, Markt- und Regionaldaten zusätzliche Perspektiven auf Kunden, Regionen und Standorte eröffnen. Anhand konkreter Praxisbeispiele lernen Sie, wie sich bislang verborgene Marktpotenziale erkennen und gezielter nutzen lassen.
Jetzt zum Webinar anmelden
Expert-Talk: GEO-PR: "Es geht um Relevanz in KI-Systemen" Video-Podcast ansehen
Wer in ChatGPT, Gemini oder Perplexity sichtbar sein will, darf sich nicht auf die eigene Website verlassen. Denn KI-Systeme prüfen, was andere über eine Marke sagen - auf Fachportalen, Bewertungsplattformen, Vergleichsseiten, Reddit oder YouTube. Hier setzt GEO-PR an. Video-Podcast ansehen

November 2026 · Unser Geburtstagsgeschenk

35 Jahre iBusiness.
Im November alles frei lesen.

Zum Jubiläum öffnen wir alle iBusiness-Inhalte: vom 1. bis 30. November, für alle, ohne Anmeldung und ohne Bezahlschranke.

Alle Inhalte im November kostenlos
Heute frei lesen. Morgen nichts verpassen.

Registrieren Sie sich kostenlos und abonnieren Sie anschließend den iBusiness-Newsletter. So bleiben Sie bei den Themen auf dem Laufenden, die für Sie zählen.

Das Newsletter-Abo erhalten Sie im Rahmen der kostenlosen Registrierung.

Abruf exklusiv für Premium-Mitglieder

Die Ära des Metaversums: Wer wird neuer Weltherrscher, wer wird abgehängt

23.11.2021 Facebook hat es auf die Tagesordnung gebracht, tatsächlich bauen aber schon Dutzende Architekten an der neuen Welt, die das Metaversum sein wird. Wer gewinnt, wer verliert und was es verändern wird.

 (Bild: Pixabay)
Bild: Pixabay

HANDLUNGSRELEVANZ

 
Operativ
Strategisch
Visionär
Technik
Medien
Wirtschaft
 
heute
morgen
übermorgen
Die iBusiness-Handlungsmatrix zeigt, wie langfristig die vorgestellten Aufgaben angegangen werden müssen.
TL;DR
Das Multiversum wird nachhaltige Änderungen für Kommunikation und Wissen zeitigen, egal ob es eine Mainstream-Penetration schafft oder nicht - die Zeitachse ist lang, aber Fortschritte gewinnen verblüffend an Traktion.
Als CEO Mark Zuckerberg die Umbenennung von Facebook   in Meta   verkündete, geschah zugleich etwas anderes Außerordentliches: Er brachte einen jahrzehntealten Begriff wieder in die Schlagzeilen, den des 'Metaversums'. Von Neal Stephenson in seinem satirisch-dystopischen Roman Snow Crash   geprägt, beschreibt Metaversum etwas, das sich nicht ganz einfach von der virtuellen Realität (VR) abgrenzen lässt, aber doch zugleich mehr ist: "Im Moment sind virtuelle Realitäten eine Sammlung von Inseln", so Dr. Lutz Goertz, Leiter der Bildungsforschung am mmb Institut - Gesellschaft für Medien- und Kompetenzforschung mbH  : "Das ist ein Megatrend, den wir auch gerade allgemein beim Lernen mit digitalen Medien beobachten: Ich komme aus der virtuellen Bibliothek eines Verlages beispielsweise nicht einfach hinüber zum Pendant der Bundeszentrale für politische Bildung  . Im Metaversum dagegen könnte man sich zwischen den beiden virtuellen Welten bewegen."

Die entscheidenden Fragen, die sich nun stellen, sind vor allem: Gelingt nun das Vorhaben, an dem Second Life scheiterte und das Metaversum erobert den Mainstream? Was würde das verändern und wer wären die neuen Herrscher dieser überspannenden virtuellen Realität? Oder ist alles nur ein neuer Hype, der auf einer Einbahnstraße in die Gaming-Nische enden wird?

Facebook und Corona als Beschleuniger

Grundsätzlich war die Ausgangslage für die Etablierung eins Metaversums selten besser: Corona hat Barrieren, vor allem psychologische, die vielen Formen von Digitalität im Wege standen, hinweggefegt: "Alle waren froh, dass sie im Lockdown Zoom hatten, doch es hat sie zugleich die Limitierung des Desktops erfahren lassen. Die Real-World-Erfahrung fehlt - und nun kommt mit dem Metaversum eine passende Technologie daher, die mehr 'Nähe' möglich macht", sagt Lutz Goertz, Leiter der Bildungsforschung am mmb Institut - Gesellschaft für Medien- und Kompetenzforschung mbH  . Und Markus Herkersdorf, Geschäftsführender Partner der auf Virtuelle Welten und 3D-Lernräume spezialisierten TriCAT GmbH, glaubt: "Corona hat uns gezeigt, dass muss keine Reise unternehmen muss, um andere Leute zu treffen oder andere Orte zu sehen. Und es hat zu einem gewissen Grade die Unvermeidbarkeit von Transformation aufgezeigt: Die Räume, in denen alles gleich bleibt, werden immer kleiner - wir müssen unseren Frieden in einem permanent bewegten Umfeld finden."

Die Akzeptanz für diese Technologie ist durch die Digitalisierungswelle sicherlich zwangsläufig gestiegen - dennoch wird der Widerstand, auf den das Metaversum trifft, individuell ausfallen, was die Einsatzgebiete angeht. Im B2B etwa ergibt sich aufgrund der eingebauten Nutzer-Vorfilterung zwangsläufig eine höhere Aufgeschlossenheit, es ist einen Tick wahrscheinlicher, dass die Technologie auf Nutzer und Nutzerinnen trifft, die die Notwendigkeit einsehen und die Vorteile erkennen.

Virtuelle Konferenzen/Distanzarbeiten: Hier hat Corona so viel Boden für digitale Lösungen bereitet, dass die Distanz zwischen Vision und Realität vermutlich die kleinste aller möglichen Einsatzszenarien ist. Das Metaversum kann die Next-Gen-Videokonferenz bieten, mit personalisierten Ávatars, einzelnen Räumen für verschiedene Gesprächsgruppen, zwischen denen gewechselt wird, indem man sich virtuell durch ein 3D-Büro bewegt - und mehr.

Social Virtual Reality Der große Bonus bei der Virtualisierung von Sozialen Netzen kann "die Interoperabilität sein - man macht sich keine Gedanken mehr ob ein Netzwerk mit dem anderen kompatibel ist oder wie man Inhalte über deren Grenzen hinweg teilt, denn der Unterschied wird förmlich unsichtbar", sagt Markus Herkersdorf.

Bildung/Learning: In Teilen sind Virtuelle Realitäten hier schon angekommen: So lassen sich beispielsweise komplexe Maschinen hier bedienen, reparieren und gegebenenfalls dabei beschädigen, ohne dass man realen, unbezahlbaren Schaden anrichtet. Besonders wenn man keine Maschine vor sich hat, sondern einen Menschen auf dem OP-Tisch. Learning und Schulungen finden durchaus schon in virtuellen Räumen statt - anders als im B2C-Bereich sind die Anschaffungskosten für Brillen und Softwares ein kleinerer Faktor, weil ihnen ein monetärer Nutzen (Ersparnis an Material, Schulungskosten) gegenübersteht.

Physikalische Experimentierfelder: Metaversen können reale Welten und deren physikalische Gesetze nachbilden - dies eröffnet Einsatzszenarien für Forschung, Luft- und Raumfahrt und mehr.

Darüber hinaus sind weitere, verschiedenste Szenarien im B2C denkbar, die Meta-Evangelist-Facebook selbst auf der Corporate-Homepage von Meta   zur Diskussion stellt, von Sport über Social bis zu Party.

Außerdem wird das Metaversum eine Reihe von Mega-Trends mit sich bringen, die weite Teile der Gesellschaft beeinflussen werden - der disruptive Faktor ist dabei nahezu unvermeidlich und wird mit vergehender Zeit umso stärker ausfallen.

Trend: Abnehmende Notwendigkeit für Vorratswissen


Metaversen werden Wissens- und Lernplattformen miteinander verbinden können, so dass sich benötigtes Wissen für alle denkbaren Situationen direkt abfragen lässt, von der Handhabung eines Computers über Operationen bis zum Ingenieurswesen. "Ein Zeitalter der permanenten Assistenz wird kommen, in dem wir zugleich kollaborativer und virtueller zusammenarbeiten", sagt Markus Herkersdorf. "Diese Entwicklung wird den Mittelständler ebenso betreffen wie die großen Firmen - und zwar mit einer enormen Entwicklungsgeschwindigekit, die vieleVerantwortliche, bis hinauf zum C-Level nicht mehr fassen können."

Trend: Der übertaktete Individual-Verstand


Unbedeutend, ob das Metaversum nur zum Teil die Gesellschaft erfasst oder Mainstream-Phänomen wird - der Einzelne wird sich ihm und den Veränderungen, die es anstößt, nicht entziehen können. "Disruptiv ist es so oder so - es wird zugleich aber auch überfordernd wirken wegen der Anzahl neuer Reize", sagt Herkersdorf. "Und es wird eine große Aufgabe, diese Spannung aus Reizüberfltuung und lohnenden neuen Möglichkeiten auszubalancieren: Menschen, die Angst haben, den Anschluss zu verpassen, andere, die mittels der Technologie der Realität entfliehen und plötzlich alle in ihrem Avatar sein können: Helden oder gestörte Phänotypen, alles wird im Metaversum stecken. Die Frage ist, kommen wir da in Bezug auf die Psyche des Einzelnen sowie in einer gesamtgesellschaftlichen Bewertung nach?"

Trend: Meta-Blasen


So sehr wie das Internet die Hoffnungen in eine Demokratisierung von Wissen und Aufklärung enttäuschte, so sehr wird auch das Metaversum hohe, aufklärerische Hoffnungen enttäuschen. Blasen werden sich hier ebenso herausbilden wie in den verwinkelten und schlechtgelüfteten Winkeln rechtsdrehender, konspirationstheoretisierender Facebook-Gruppen. Genug Kräfte werden sich des Metaversums annehmen, deren vorrangiges Ziel es ist, Zielgruppen in eine bestimmte tendenziöse Ecke zu lenken und dort über Panikmache zu binden.

Die Frage ist nun, wer sich als mächtiger Player in einem kommenden Metaversum empfiehlt - jenseits von Facebook gibt es eine Reihe Firmen, die eine kleinere oder größere Rolle spielen können und die teilweise bislang eher unauffällig agieren, anders als Facebook.

Bestehende Multiversen
Facebook hat sich in der Bekanntgabe seiner Metaversums-Ambitionen ein wenig so verhalten, als sei das Metaversum seine originäre Erfindung. Und in einer Welt, in der zahlreiche US-Amerikaner glauben, die Corona-Pandemie habe erst unter Bidens Präsidentschaft begonnen, hat Facebook sogar gute Karten dafür. De facto bestehen jedoch bereits einige weitgehend ausgeformte Metaversen.

Fortnite

Fortnite   ist ein kooperativer Ego-Shooter wie eigentlich viele andere, besticht aber durch sein komplexes Worldbuilding, die umfangreiche Konzeption eines virtuellen Raumes - in dem fand 2020 sogar ein Konzert mit dem real-existierenden Rapper Travis Scott statt, das mehrere Millionen Zuschauer fand.

Somnium Space

Somnium Space   ist eine VR-World-Builder-Plattform, die den Handel und Besitz von virtuellen Immobilien erlaubt, aufbauend auf der Blockchain-Architektur.

Second Life

Second Life   ist der wohl berühmteste und zeitweilig am meisten gehypte Versuch, ein umfangreiches Metaversum aufzubauen - in der nach wie vor existenten, aber mit deutlich abgekühltem Enthusiasmus gehandhabten virtuellen Welt können NutzerInnen miteinander handeln, spielen, kommunizieren - im Grunde alles.

IMVU


IMVU   ist ein großes avatarbasiertes soziales 3D-Social-Network. Die aktuell über sieben Millionen Benutzerinnen und Benutzer verbringen hier etwa eine Stunde im Schnitt täglich, um mit Freunden zu interagieren, einzukaufen, bei Versammlungen abzuhängen. Außerdem können sie echtes Geld verdienen, indem sie virtuelle Produkte erstellen.

AltSpace VR  


Die soziale VR-Plattform besteht aus nutzergenerierten Räumen, die von anderen Nutzerinnen und Nutzern besucht werden können. Es gibt virtuelle Live-Events, Einzelpersonen können sich in kleinen oder auch großen Gruppen miteinander verabreden, kommunizieren und zusammenarbeiten. Man kann Avatare generieren und ihnen verschiedene Rollen zuweisen (Präsentator, Zuhörer), das System emuliert durch laut und leise zu hörende Geräusche oder Dialoge die Entfernungen zwischen Menschen und Objekten.

Mächtige Metaversums-Kandidaten

Auf Facebooks Metaversums-Ankündigung sprangen einige Firmen direkt auf, um sich prominent als kompetente MitspielerInnen zu verkaufen: Disney   etwa sagte, es plane ebenfalls ein Metaversum - und tatsächlich legen einige Beiträge führender MitarbeiterInnen nahe, dass in den Teppich-Etagen des Konzern darüber nachgedacht wird, doch wenig von konkreter Substanz ist auszumachen. Tatsächlich ist Facebook selbst einer der prominenten Spieler, die viele Karten in der Hand halten - aber auch ein paar weniger offensichtliche und prominente Namen sollte man sich merken - das Metaversum ist groß genug für Hidden Champions.

Facebook


Neben einer eigenen Währung namens Diem (ehemals als Libra bekannt) und der eigenen VR-Brillen-Firma Oculus   ist Facebook ein von vielen übersehener führender KI-Anbieter, mit beispielsweise hoher Expertise auf dem Gebiet der multilingualen Echtzeitübersetzung. Diese Assets und die riesige, bespielbare Community machen Zuckerbergs Netzwerk zu einer spannenden Größe im Metaversum. Allerdings ist der Zugriff auf den Endnutzer bzw. die Endnutzerin und die Kontrolle über dieselben mittels Endgerät weniger stark ausgeprägt als bei anderen Anbietern.

WeChat


Tencents   Schweizer-Taschenmesser-Messenger wird in China für eine Reihe von Aspekten des täglichen Lebens, wie etwa Payment, genutzt und hat sich hier auf Feldern etabliert, auf denen Facebook scheiterte. Es hat eine engere Beziehung zum Endnutzer und zur Endnutzerin, wohl auch wegen der schonungslosen Abwesenheit von Datenschutz im autoritären Regime.

Microsoft


Das aus dem B2B-Sektor kommende Microsoft   verfolgt im Metaversum einen offenen Ansatz - mit einem riesigen Netzwerk aus Entwicklern, Unternehmen und Produkten. Während Facebook etwa Brillen baut, hat Microsoft mit seiner Hololens   eine Technologieplattform - das Unternehmen setzt seit jeher eher darauf, dass andere Firmen seine Technologie adaptieren und daraus Produkte für die Industrie entwickeln. Insgesamt ein klarer Fokus auf B2B und Gaming - besonders nach der Übernahme von Activision Blizzard  .

Nvidia


Nvidia   hat mit seinem cloudbasierten und Avatar-fähigen 'Omniverse' ein VR-Kooperationstool in der Hand und ist außerdem ein führender Anbieter des simulationsbasierten Rechnens, beherrscht Themen wie Austauschformate, Echtzeitübertragungsprotokolle und weiß, wie man Interfaces baut.

Tricat

Die Ulmer Firma Tricat    ist einer der spannenden deutschen Namen in Sachen Metaversum: Sie arbeitet im Bereich virtueller 3D-Lern- und Arbeitswelten. Das 2002 gegründete Unternehmen positioniert sich primär als Spezialist auf dem Feld moderner, technologiegestützter Aus- und Weiterbildung.

Deutschland und das Metaversum - Das nächste Feld, auf dem wir abgehängt werden?

Deutschland hat durchaus Assets, die es ins Metaversum einbringen kann: "Maschinen- und Anlagenbau sowie Automotive sind spannende Felder für das deutsche Engagement", glaubt Markus Herkersdorf. "Wenn man hier im Sinne einer virtuellen (nicht nur digitalen) Transformation virtuell-immersive 3D-Welten mit Extended-RealityTechnologie, virtuell-digitalen Zwillingen und KI kombiniert, dann werden aussichtsreiche Ansätze entstehen."

Aktuell stehen einer Aussicht auf deutsche Teilhabe an der Marktführerschaft jedoch vor allem zwei Faktoren im Weg:

Zum einen die Datenschutzgesetze, die restriktiver sind als etwa in den USA und um einiges restriktiver als in einem menschenverachtenden Überwachungsregime wie China. Das ist grundsätzlich eine gute Sache, gerade an antidemokratische Regime will man aber nicht noch weiter die technologische Vorherrschaft verlieren. Hier gilt es also, Datenschutz neu auszutarieren im Spannungsfeld zwischen den Interessen der Bürgerin und des Bürgers, die geschützt werden sollen, und der Industrie, die den Rohstoff Daten als essentiellen Bestandteil für das Metaversum benötigt.

Der zweite Faktor ist das Geld. Woher soll das in Deutschland kommen? Solange die Facebooks und Googles   dieser Welt ihre Büros mit Geld tapezieren und mal eben hundert Millionen Dollar in eine Metaversums-Division drücken können, wird es schwer bleiben. Der deutsche Mittelständler oder Entrepreneur, der gerade mit Hängen und Würgen zweihunderttausend Euro von der Sparkasse bewilligt bekomme hat, wird untergehen.
Thema: Die Ära des Metaversums: Wer wird neuer Weltherrscher, wer wird abgehängt
1. Teil: Unvermeidlich, bis in die Enttäuschung
Neuer Kommentar  Kommentare:
Schreiben Sie Ihre Meinung, Erfahrungen, Anregungen mit oder zu diesem Thema. Ihr Beitrag erscheint an dieser Stelle.
alle Veranstaltungen Webcasts zu diesem Thema:
Dienstleister-Verzeichnis Agenturen/Dienstleister zu diesem Thema: